Zwei Gemälde des neuen LVZ-Kunstpreisträgers für das Leipziger Bildermuseum

von Online Specials

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Eine Schenkung zum Abschied: Museumsdirektor Hans-Werner Schmidt nahm am Dienstag zwei Gemälde des Leipziger Malers und neuen LVZ-Kunstpreisträgers Benedikt Leonhardt entgegen.

Dr. Hans-Werner Schmidt, Bendikt Leonhardt, Dr. Susanne Richter und Dirk Reinicke (v.l.n.r.) vor dem Bild Untitled (WF-B-QM/V-4) 2016
Dr. Hans-Werner Schmidt, Bendikt Leonhardt, Dr. Susanne Richter und Dirk Reinicke (v.l.n.r.) vor dem Bild: Untitled (WF-B-QM/V-4) 2016.
Foto: André Kempner

Es war seine letzte Amtshandlung. Offiziell wurde Museumsdirektor Hans-Werner Schmidt bereits am 6. April in den Ruhestand verabschiedet, am Dienstag nahm er noch zwei Gemälde des Leipziger Malers und neuen LVZ-Kunstpreisträgers Benedikt Leonhardt entgegen – eine Schenkung der BMW Niederlassung Leipzig. Der 30. April ist Schmidts letzter Arbeitstag.

Angesichts der „Ungegenständlichkeit“ von Leonhardts Kunst komme man hier an die Grenzen der Sprache, sagt Schmidt – um dann aber doch bei Caspar David Friedrichs „Mönch am Meer“ zu stranden und einer vielleicht noch waghalsigeren Assoziation: die flirrende Hitze, in der sich Charles Bronson in Sergio Leones Rachedrama „Spiel mir das Lied vom Tod“ Erinnerungsbilder zusammenzusetzen versucht.

Natürlich seien das nicht seine Assoziationen gewesen, sagt der 33-jährige Künstler, dessen Preisträgerausstellung am 1. Dezember im Bildermuseum eröffnet wird. „Aber ich finde es schön zu hören, was meine Bilder auslösen.“ Bei ihm ist ein Gemälde das Ergebnis eines Dialogs. Ausgehend von einem Bildimpuls beginnt eine oft monatelange Zwiesprache mit dem Material – unter anderem Spachtelmasse, Acyl-, Vinyl-, Ölfarbe und Krepppapier. Ein Prozess, der sich im Arbeiten verselbstständigt, so dass das fertige Bild dann mit dem Ausgangspunkt oft nicht mehr viel zu tun habe, wie er erklärt. Leonhardts Bilder brauchen Zeit – nicht nur in der Entstehung, auch in der Betrachtung. Sie verändern sich mit dem Licht, mit dem Einlassen auf sie. Im Museum kommunizieren sie nun im dritten Stock – mit Arbeiten von Wolfram Ebersbach, Martin Assig, Carsten Nicolai und Stephan Hubers Bergmassiv „Saussures Herz“.

 Man spreche ja oft von Kreisen, die sich schließen, sagt BMW-Niederlassungsleiter Dirk Reinicke. Hier sei das Sprachbild aber wirklich angebracht, meint er und verweist auf den Ausgangspunkt für das BMW-Engagement: die Ausstellung eines weiteren LVZ-Kunstpreisträgers, nämlich Jochen Plogsties. Das Museum hatte 2011 keine Mittel, ein Werk aus der Ausstellung anzukaufen. BMW fuhr vor und hilft seitdem in jedem Jahr dabei, die Sammlung zu erweitern. „Und ich hoffe, dass das auch unter meinem Nachfolger so bleibt“, betont Hans-Werner Schmidt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.04.2017

Jürgen Kleindienst

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